Die schwache Stunde

 

Schweiz 1992

 
 
Die schwache Stunde

Regie: Danielle Giuliani
Drehbuch: Georg Marioth
Kamera: René Baumann
Schnitt: Rainer M. Trinkler
Musik: Peter Bräker
Produktion: Dschoint Ventschr Filmproduktion
Mit: Robert Hunger-Bühler, Silvia Wessang, Peter Bollag, Anke Schubert, Teresa Harder
 
16mm - Farbe - 83 Minuten
Deutsch

   
 

Jacques Ceranikotschewski, genannt C (wie der Buchstabe), ist ein wortkarger Einzelgänger, er lebt in einem Männerheim. Das Leben dort ist für C nur Übergangsstation, er will raus - und er will nur eins: zum Fernsehen. Dort sieht er die Chance, sein schauspielerisches Talent zu verwirklichen. Als er entdeckt, dass er womöglich einer der vielen Nachkommen Casanovas ist, nimmt der bisher unerfüllbare Drang ins Fernsehstudio konkrete Gestalt an. Seine sture Unermüdlichkeit und der Glaube an ein besseres Leben verschaffen ihm Einlass zu NEW-TV, einem Billig-Sender. C's schlagfertige Überredungskünste überzeugen die Direktorin des Senders. Sie gibt ihm eine Chance im Morgenprogramm, für ihren Sender ist dieser dahergelaufene, anarchistische Entertainer, der so ganz anders ist als alle anderen, ein gefundenes Fressen. Und er kommt an: die Sendung TALK VOR 10 wird dank seinen Verführungskünsten zum Hit. C, privat eher schweigsam, bisweilen verschlossen, ist als Medienstar beredt und schlagfertig. In seiner Sendung, einer Gesprächsrunde mit weiblichen Gästen, die sich durch eine besondere Fähigkeit oder Tätigkeit auszeichnen, geht jeder Frau dank seiner scheinbar spontanen Unbeholfenheit das Herz auf.
Anderthalb Jahre sind vergangen. Die Fernsehdirektorin hat nun Grösseres mit ihm vor: Eine eigene Samstagabend-Show, ,,Die schwache Stunde". Die Vorbereitungen für diese Personality-Show sind in vollem Gange. C, Gefangener seines eigenen Medienrummels, lebt zurückgezogen und einsam in seiner Fernseh-Garderobe. Der Konflikt zwischen seinem privaten Empfinden und der Rolle als Publikumsliebling ist immer grösser und unerträglicher geworden. C will plötzlich nicht mehr.
Da trifft er Leila wieder, die einzige Liebe aus seinem ,Vorleben'. Er nutzt diese Chance um auszubrechen und er verlässt mit Leila die Stadt. Doch NEW-TV spürt die beiden wieder auf...

   
 

«Da entzückt der Mut zur intelligenten Satire, das Wegdriften vom Betroffenheitskino...» SonntagsZeitung
 
«Ein erfrischender Film. Eigenständigkeit und niveauvoller Humor machen DIE SCHWACHE STUNDE zu einer seltenen Blüte im hiesigen Schaffen. Und zu einem köstlichen Vergnügen – nicht nur für TV-Muffel.» Zoom
 
«Ein Film von ergötzender Frische, ein Kinovergnügen. Eine herrliche Persiflage auf eine kalte, nur noch auf Erfolg getrimmte Show-Welt. Die Absurdität wird einem zwischen den Lachern immer wieder bewusst.» Solothurner Nachrichten
 
«Quer und amüsant.» WochenZeitung
 
«Ein Werk, dessen Reiz in der satirisch verfremdeten Perspektive liegt.» Neue Zürcher Zeitung

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