Ich hiess Sabina Spielrein

 

Schweden/Schweiz 2002

 
 
Ich hiess Sabina Spielrein

Regie: Elisabeth Márton
Drehbuch: Elisabeth Márton, Signe Maehler, Yolande Knobel
Kamera: Robert Nordström
Musik: Wladimir Dikanski
Mit: Lasse Almebäck, Eva Österberg
 
35mm - Farbe - 90 Minuten
Deutsch

   
 

Wenn ich sterbe, streuen sie die Asche in die Erde, mitten in einem grossen Feld, dort pflanzen sie eine Eiche und schreiben: Ich war auch einmal ein Mensch. Ich hiess Sabina Spielrein.
Aus dem Tagebuch von Sabina Spielrein

 
Sabina Spielrein (1885-1942) war eine Frau, die alles wollte: Karriere, Liebe und Kinder. Sie war intelligent und gebildet, vielseitig interessiert und sowohl musisch wie naturwissenschaftlich aussergewöhnlich begabt.
Als sehr junge Frau war sie C.G. Jungs erste Analyse-Patientin in der Nervenklinik Burghölzli in Zürich. Im Verlauf dieser Analyse war eine Liebesbeziehung zwischen Arzt und Patientin entstanden, die – heikel und schwierig – andauerte und schliesslich in einem eigentlichen Fiasko endete.
Nach ihrer Gesundung studierte Sabina Spielrein Medizin und arbeitete später selber als Psychoanalytikerin und Kinderpsychologin – ein in der Pionierzeit der Psychoanalyse nicht unüblicher Weg. Ihre höchst anspruchsvollen wissenschaftlichen Publikationen waren wegweisend, ihr Schicksal jedoch blieb lange im Dunkeln.
Sabina Spielreins erst kürzlich entdeckten Aufzeichnungen aus dieser Zeit zeigen die Anfänge der Psychoanalyse in einem neuen Licht. In ihrem Briefwechsel mit C.G. Jung und Sigmund Freud wird der Einfluss, den sie auf die beiden Hauptfiguren der Bewegung hatte, deutlich.
Der vieldiskutierte Bruch zwischen den beiden Männern war nicht nur das Ergebnis einer wissenschaftlichen Kontroverse. Hinter der Fassade des akademischen Disputs spielte sich ein menschliches Drama in Szenen von Liebe und Eifersucht, Misstrauen und Enttäuschung ab, in dem Sabina Spielrein zwischen den Fronten stand.
Es war Sabina Spielreins Schicksal, in Widersprüchen leben zu müssen. Im Widerspruch zwischen Psychose und Psychoanalyse, wissenschaftlicher Karriere und bürgerlichem Familienleben, zwischen ‚freier Liebe‘ und Mutterschaft. Diese Gegensätze finden sich auch in ihrer Positionierung als Frau in einer fast ausschliesslich männlich dominierten Akademikerwelt, als Russin in Europa, als Jüdin mit grosser Faszination für das Christentum und die germanische Kultur, als Mittlerin zwischen Freud und Jung, als Opfer von Stalin und Hitler.

   
 

«Ein schöner und ergreifender Film über ein merkwürdiges und dramatisches Frauenschicksal.» Südschwedische Zeitung
 
«Elisabeth Màrtons berührender, mit einer ungewöhnlichen Bildsprache arbeitender Film ist eine ausnehmend schöne Arbeit. Ein ebenso poetisch schwebendes wie differenziertes, historisch aufschlussreiches Zeitbild.» Neue Zürcher Zeitung
 
«Ein gelungener Balanceakt zwischen Sensation und Kontemplation, zwischen Gefühlen und Wissenschaft.» Dagens Nyheter
 
«An amazing, uniquely and poetically told doc. Màrton miraculously imbues the film with fluid recreations and imagery, sometimes dreamlike in their power, in telling of Spielrein´s remarkable life and contribution.» Entertainment Today, Los Angeles

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