Hans im Glück

 

Schweiz 2003

 
 
Hans im Glück

Regie: Peter Liechti
Drehbuch: Peter Liechti
Schnitt: Tania Christina Stöcklin
Musik: Norbert Möslang, Fredy Studer
 
DCP, 35mm - Farbe - 90 Minuten
Deutsch und Dialekt

   
 

Das Land (die Schweiz) ist für mich nur mehr eine vage Erinnerung, eine blasse Fotografie. Man könnte nochmals hingehen und einen ziemlich surrealen Film darüber drehen. Robert Frank
 
Hans im Glück ist die Geschichte von einem, der auszieht, das Rauchen loszuwerden. Dazu macht er sich auf zu einem Fussmarsch von Zürich, seinem jetzigen Wohnort, nach St.Gallen, der Stadt, wo er aufgewachsen ist und mit dem Rauchen angefangen hat.
Er hat sich vorgenommen, diese Strecke - auf immer wieder anderen Routen - so oft zu wiederholen, bis das Ziel (endlich Nichtraucher!) erreicht ist.
Durch das rituelle Abschreiten der Landschaft und das strikte Rauchverbot, das er sich auferlegt unterwegs, erhofft er sich am Ende die Befreiung von seinen alten Laste(r)n.
Immer mehr wird auf dieser Suche nach den Quellen seiner Sucht die Heim-Suchung zum leitenden Thema, der durchaus komische Versuch, die Verbindung wiederherzustellen mit der eigenen Herkunft.
Alle die Bilder, „Erkenntnisse“ und Erinnerungen, die er auf seinen Nichtraucher-Märschen erwandert, bilden schliesslich den Fundus zu einer filmischen Himmel- und Höllefahrt quer durchs Vaterland - mit gelegentlichen Abstechern weit über die Grenzen hinaus.
HANS IM GLÜCK ist eine Abrechnung und eine Liebeserklärung. Ein Roadmovie für Fussgänger, ein Heimatfilm für Heimatlose. Eine Widmung an alle Raucher und anderen Abhängigen, an alle Pechvögel und trotzdem Anständig-Gebliebenen - und an den Hans im Glück...
 
«Seit das Rauchen kein Problem mehr ist, wird mir das Denken zum Problem. Kaum hör' ich auf mit dem Rauchen, fang ich schon an mit dem Denken. Wo früher das Denken gewissermassen limitiert war, da denk' ich heute völlig ungebremst drauflos. Das bedeutet nicht grössere Denkschärfe oder Denktiefe, vielmehr ist es eine Art gedankliches Hyperventilieren. Schon gegen mittag hat sich mein Denken im Grunde erschöpft bei dieser Gedankenraserei - dann geht's aber den ganzen Tag noch weiter.» Peter Liechti

   
 

«Schlichtweg grossartig, auch Nichtraucher werden die Qualen und die Poesie eines Unternehmens begreifen, das gegen eine Sucht gerichtet war, die ein Süchtiger eigentlich gar nicht loswerden will.» züri-tipp
 
«Eine faszinierende Reise ins Landesinnere und in die eigene Befindlichkeit. Mit einem Vergnügen, wie es uns im Kino nur selten zuteil wird, verfolgen wir die ingrimmigen Reflexionen dieses Wanderers, der da ‚so vor sich hinschweizert‘, dieses nichtrauchenden Rauchers auf seinem Kreuzweg.» NZZ
 
«Wieder eine ganz originäre Arbeit, anrührend, von ganz grosser Bildkraft und umfassender Musikalität.» St.Galler Tagblatt
 
«Bilder, Assoziationen, Welten, Gedanken werden verbunden und sichtbar. Sie setzen sich fest, bewegen sich fort, spinnen ihre Geschichten — im Kopf des Zuschauers. Das witzige Dokument einer Heimsuchung, die ironisch gebrochene Liebeserklärung an ein Stück Heimat unterhält intelligent …» Filmbulletin

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