Das Fräulein

 

Schweiz 2006

 
 

Regie: Andrea Štaka
Drehbuch: Andrea Štaka
Kamera: Igor Martinovic
Schnitt: Gion-Reto Killias
Musik: Peter Von Siebenthal, Till Wyler, Daniel Jakob
Ton: Max Vornehm
Mit: Mirjana Karanovic, Marija Škaricic, Ljubica Jovic, Andrea Zogg
 
35mm - Farbe - 81 Min. Minuten
Dialekt, Deutsch + DIV/dt+franz Untertitel

   
 

PARDO D'ORO für DAS FRÄULEIN am Internationalen Filmfestival Locarno 2006
GRAND PRIX Sarajevo International Film Festival 2006. Zürcher Filmpreis.
Nominiert für den Schweizer Filmpreis

 
Ruža (55) lebt seit 30 Jahren in der Schweiz. Sie besitzt eine Betriebskantine in Zürich, wo sie am liebsten abends allein in ihrem Büro die Tageseinnahmen zählt. Ružas Leben ist eine Reihe von sich wiederholenden Momenten, die einfach, diszipliniert und einsam sind. Auch der Sex mit Franz (58) gehört dazu. Den Kontakt zu ihrer Heimat Serbien hat sie ganz verloren.

Eines Tages taucht Ana (22) in der Kantine auf und bringt die minutiös konstruierte Welt ins Wanken. Ana ist aus Sarajevo und erst seit kurzem in Zürich. Sie ist eine leidenschaftliche junge Frau: schön, lebenshungrig und irgendwie verloren. Der Krieg in Bosnien hat Spuren in ihr hinterlassen, die sie mit ihrer lebensfrohen Art zu überspielen versucht.
 
Zwischen den beiden ungleichen Frauen entwickelt sich eine feine Freundschaft. Ana eröffnet Ruža eine Welt ausserhalb ihrer täglichen Routine, und die Arbeit in der Kantine bietet Ana, was sie momentan braucht: Zuflucht. Doch Ružas Unvermögen, sich ganz zu öffnen, wahrt eine Distanz zwischen ihnen. Und auch Ana hat ein Geheimnis, von dem sie niemandem erzählt.
 
DAS FRÄULEIN ist ein Film über Entwurzelung in der heutigen Zeit, in der sich immer mehr Menschen als Flüchtlinge, Gastarbeiter oder einfach Heimatlose zwischen Kulturen bewegen.

   
 

«Es gelingt der Regisseurin, mit einer steten emotionalen Intensität die Einsamkeit und die Hoffnungen ihrer drei Protagonistinnen auszudrücken. DAS FRÄULEIN, schon durch den sehr nuancierten Einblick in das Leben der drei Immigrantinnen spannend, besticht auch durch die Kohärenz seines Drehbuchs, die Stimmigkeit seiner Dialoge und seine Schönheit als visuelles Gedicht einer Autorin, mit der zweifellos zu rechnen ist.» 24 heures
 
«Starke Frauenfiguren, eine exzellente Bildsprache sowie ein Auge für fast greifbare Details.» Mittelland Zeitung
 
«In manchen Momenten ist DAS FRÄULEIN der Kino-Alchemie auf der Spur.» Neue Zürcher Zeitung
 
«Der Film besticht durch seine hervorragenden Darstellerinnen, eine eigenwillige Bildsprache und die packende Schilderung des Gefühls der Entwurzelung.» SonntagsZeitung
 
«Es steckt viel Intelligenz und Kraft in diesem Film. DAS FRÄULEIN ist nahe beim Menschen. Nahe bei den Frauen.» Le Temps
 
«… streift dabei leichtfüssig, aber mit von Lebenserfahrung zeugender Wahrhaftigkeit die Themen, die die multikulturelle städtische Gesellschaft von heute zunehmend prägen: Entwurzelung, Kriegstrauma und Culture-Clash.» Movie-News
 
«In einer subtil gemeisterten schritttweisen Annäherung verwebt die Regisseurin die drei Schicksale mit unendlicher Achtung vor dem Unausgesprochnenen, mit dem immigrierte Frauen leben müssen.» L’Express
 
«Ein persönliches Werk, das sich auf die beiden Welten seiner Autorin bezieht. Die Selbstbetrachtung lastet aber in keiner Weise auf dem Film, der mit seinem mysteriösen Plot, seinen überraschenden Rhythmuswechseln und seinen willkommenen poetischen Pausen begeistert. » 20 minutes
 
«Eine neue, starke Stimme im Schweizer Film. DAS FRÄULEIN ist ein bermerkenswertes und prägendes Werk ohne Konzessionen an oberflächliche Sentimentalität.» Variety

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