Gerhard Meier - Das Wolkenschattenboot

 

Schweiz 2007

 
 
Gerhard Meier - Das Wolkenschattenboot

Regie: Friedrich Kappeler
Drehbuch: Friedrich Kappeler
Kamera: Pio Corradi
Schnitt: Mirjam Krakenberger
Ton: Martin Witz
Mit: Gerhard Meier
 
35mm - Farbe - 80 Min Minuten
Dialekt

   
 

Am 22. Juni 2008 starb Gerhard Meier, kurz nach seinem 91. Geburtstag, 11 Jahre nach seinem Dorli.
 
«Das ist eine wunderbare Liebesgeschichte, die Kappeler uns da präsentiert: Sie handelt von der Liebe zu einer Frau, der Liebe zum Leben, der Liebe zur Kleinräumigkeit und der Liebe zum Schreiben. Sie handelt nicht nur davon: Sie wird gleichsam von der Liebe wie auf Flügeln getragen.» Dies schrieb der Tages-Anzeiger seinerzeit über Friedrich Kappelers ersten Film zu Gerhard Meier «Die Ballade vom Schreiben» (1995).
 
Jener Film zeigt, wie Gerhard Meier nach 33 Jahren Arbeit in der Lampenfabrik doch noch Schriftsteller wird und gilt als Einführung in das Werk des Dichters. Zwei Jahre später starb Gerhard Meiers Ehefrau Dorli, die in seinem Leben – und auch im Dokumentarfilm - eine wichtige Rolle spielte. Der inzwischen 90-jährige Dichter hat von ihr, die ihn und sein Schaffen über sechs Jahrzehnte begleitet hatte, in seinem letzten, bewegendsten und persönlichsten Text „Ob die Granatbäume blühen“ (2005) Abschied genommen. So findet Meier im Schreiben einen Weg aus Verlust und Einsamkeit hinaus.
 
Friedrich Kappeler, der mit seinem Mani-Matter-Film ‚Warum syt dir so truurig’ einen grossen Kinoerfolg feierte, hat Gerhard Meier nun nochmals getroffen, um die Geschichte von Meier und wie er zur Literatur gekommen ist, zu einem richtigen Abschluss zu bringen. Wir lernen den Dichter sozusagen nochmals neu kennen, in seiner veränderten Lebenssituation, in der er nun ganz auf sich alleine gestellt ist. Er führt den Dialog mit seiner verstorbenen Frau über ihren Tod hinaus fort. Was bleibt, ist eine Sehnsucht und das zärtliche Gedenken an einen geliebten Menschen.
 
«Gerhard Meier - Das Wolkenschattenboot» ist so nicht nur ein Film über Leben und Werk des Dichters (laut dem Literaturkritiker Peter Hamm der ‚bekannteste Unbekannte’ der deutschsprachigen Literatur) geworden, sondern zugleich eine tief berührende Liebesgeschichte.

   
 

«Was macht die stille Schönheit dieses Filmes aus? Es sind dies die ungemein zarten Bilder, die subtil dazu ausgewählte Musik bis hin zum Walzer, den Gerhard und Dorli gerne in ihrer Stube tanzten. Aber es ist auch das Licht und der Wind in den Blättern der Bäume, die Gärten und Blumen, der Wechsel der Jahreszeiten, verknüpft mit dem Wechselhaften des menschlichen Tuns. Die Art, wie das Vergängliche in das Gegenwärtige einfliesst.
Man erlebt einen Gerhard Meier ohne Pathos, eine berührende Persönlichkeit, die in ihrer Weisheit und Menschlichkeit aufzeigt, dass das Leben jedes Einzelnen seine Bedeutung hat und dass es eigentlich nichts Wertvolleres gibt, als sich selbst treu zu bleiben. Man lauscht Gerhard Meiers Worte, seiner angenehmen Art zu sprechen, seinen Ausschnitten aus Texten, aus seinen Büchern, und fühlt, dass man da einen Menschen erleben durfte, einen begabten Literaten, der es nie nötig hatte, mehr sein zu wollen als was er in sich fühlte und der durch die Kraft und Schönheit seiner Sprache Spuren gesetzt hat, die keine Zeit wegzuwischen vermag.» Oltner Tagblatt

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