Max Frisch. Citoyen

 

Schweiz 2007

 
 
Max Frisch. Citoyen

Regie: Matthias von Gunten
Drehbuch: Matthias von Gunten
Kamera: Matthias Kälin
Ton: Martin Witz
Produktion: HesseGreutert Film AG
Mit: Helmut Schmidt, Peter Bichsel, Gottfried Honegger, Henry Kissinger, Günter Grass, Christa Wolf
 
35mm - Farbe - 94 Min. Minuten
Dialekt + D + E/dt UT

   
 

«Wenn einer etwas zu sagen hatte, dann er.» Ralf Rothmann. In: Dankesrede zum Max-Frisch-Preis 2006
 
Vom ‚Verstummen der Intellektuellen’ ist heutzutage immer häufiger die Rede. Viele haben es bereits vergessen und Junge können es sich meist gar nicht vorstellen, wie das eigentlich ist: wenn ein Autor ‚teilnimmt’ an seiner Zeit und für seine Mitmenschen zu einer wichtigen und prägenden Stimme wird. Max Frisch war der letzte grosse Schweizer Intellektuelle, der eine solche Rolle bewusst wahrnahm und von seiner Umwelt, im In- und Ausland, auch so wahrgenommen wurde.
Vor dem Hintergrund des vergehenden 20. Jahrhunderts spürt der Film Max Frisch als wachem und neugierigem Zeitgenossen nach. Er nimmt uns mit auf eine Reise durch Frischs Texte und Reden, die zwischen Poesie und Politik immer nach der eigenen Haltung, nach dem eigenen Urteil suchen. Gleichzeitig erzählen wichtige Freunde und Bekannte wie Peter Bichsel, Günter Grass, Christa Wolf, Helmut Schmidt oder Henry Kissinger, wie sie Frisch und dessen Engagement erlebt haben.
So entsteht das Bild eines Autors, der nicht nur Theaterstücke und Romane verfasst, sondern auch ein Leben lang teilnimmt am Geschehen seiner Zeit, der Stellung bezieht und der durch sein genaues Hinterfragen und dank seinem sprachlichen Können noch heute so aktuell ist, wie er in seiner Zeit war.

   
 

«Worin war der politische Autor Frisch Instanz – und ist es geblieben? Als ein Literat, der wusste, dass das eigene Leben sich nur im Ich vollzieht, den aber umtrieb, dass für ihn nicht die Zeit war für Ich-Geschichten. Hört man im dicht montierten Film die bekannten und unbekannten Frisch-Sätze, die die Stimme des Autors Reto Hänny klar und nüchtern in Erinnerung rufen, nistet es sich gleich wieder im Ohr ein: Da setzt einer auf der Suche nach seinem Urteil stets noch ein überraschendes Fragezeichen mehr. Und bringt die Sache mit literarischer, rhetorischer Prägnanz auf den Punkt. (...)
Der Film spielt Frischs Art der Zuspitzung in unsere Zeit herüber und demonstriert ohne Pathos, dass sich auch griffige Formeln nicht verbraucht haben: etwa jene berühmte vom Ruf nach Arbeitskräften, dem aber Menschen nachkamen, als die Schweiz sich wieder einmal überfremdet fühlte und Fremde zum Wohlergehen brauchte.»
NZZ am Sonntag
 
«Mutiger Intellektueller im Dunstkreis der Weltpolitik - MAX FRISCH, CITOYEN ist keine germanistische Fleissarbeit über den Romancier und Dramatiker, sondern eine Art filmischer Entwicklungsroman über den kritischen Intellektuellen Frisch – und damit indirekt auch ein Film über die intellektuelle Krise der Linken heute.» Tages-Anzeiger
 
«Spannend war diese Reise in die jüngere Schweizer Geschichte; sehr gegenwärtig ist Max Frisch.» Schaffhauser Nachrichten
 
«Dank diesem Film prägt sich Frisch noch stärker ein.» Mittelland Zeitung

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