Delta

 

Ungarn/DE 2008

 
 
Delta

Regie: Kornél Mundruczó
Drehbuch: Yvette Bíró, Kornél Mundruczó
Kamera: Mátyás Erdély
Schnitt: Dávid Jancsó
Ton: Gábor Balázs, Tamás Zányi
Mit: Orsi Tóth, Félix Lajkó, Sándor Gáspár, Lili Monori
 
35mm - Farbe - 92 Min Minuten
OV/dt+f UT

   
 

Im Morgengrauen legt die Fähre am kleinen Hafen im weiten Flussdelta an. Sie bringt Mihail (Félix Lajkó) zurück an den Ort, der einst seine Heimat war und dem er vor Jahren den Rücken gekehrt hat.
Seine Mutter führt mit ihrem neuen Mann eine schäbige Bar, in der auch seine jüngere Schwester Fauna (Orsi Tóth), die er nie kennengelernt hat, arbeitet.
Mihail zieht sich tief im Schilf des Deltas in die alte Hütte seines verstorbenen Vaters zurück. Vom Ufer aus beginnt er die Arbeit an einem Steg, der täglich ein Stück weiter in den träge fliessenden Fluss reicht.
Eines Tages taucht seine Schwester bei ihm auf und geht ihm wortlos zur Hand. Die Geschwister, die sich nie kannten, verstehen sich ohne viel Worte. Über Gesten und Blicke nähern sie sich an und schaffen bald eine Vertrautheit, die im Dorf nicht verborgen bleibt. Fauna verbringt mehr und mehr Zeit mit ihrem Bruder und als sie schliesslich ganz zu ihm in das neu erbaute Haus im Delta zieht, stösst dies bei den Dorfbewohnern zunehmend auf Ablehnung.
 
Vor dem Hintergrund einer grandiosen Naturlandschaft erzählt Regisseur Kornél Mundruczó in atemberaubenden Bildern diese berührende Geschichte von zwei Aussenseitern. Mit viel Gespür für Atmosphäre stellt er die Frage, wie weit eine Gesellschaft bereit ist, die Freiheit eines Einzelnen zu tolerieren.

   
 

«Delta ist einer jener Filme, die einem auf ewig im Gedächtnis bleiben werden, denn seine Bilder entwickeln einen derart starken Sog und eigene Dynamik, dass sie sich geradezu ins Gehirn brennen. Der Zuschauer kann sich auf diese wunderschönen, fast schon meditativen Bildkompositionen einlassen und mitreissen lassen wie von einem wilden Fluss (ein wichtiges Motiv des Films). Diese Art des Geschichtenerzählens wird immer rarer im Kino und scheint oft Alten Meistern vorbehalten. Erbauend und auch erfrischend zu sehen, dass sich ein junger Regisseur so galant und stilsicher auf solch hohem ästhetischem Niveau bewegt. Diesem Film ist eine würdige Auswertung in den Kinos sehr zu wünschen.» schnitt
 
«Vor dem Hintergrund des ersten Postulats des Kinos - von der Verwegenheit bis zur Utopie - trotzt das Paar dem Rest der Welt, zieht sich von ihr zurück und wird eins mit der Natur, an deren Pracht uns Kornél Mundruczo nicht nur teilhaben lässt, sondern die er mit grösster Sorgfalt, Zweiglein für Zweiglein, feiert.» arte
 
«Delta» ist ein erbamungsloser, schöner Film, der zugleich reissend und ruhig vor sich hin treibt, wie der Fluss, an dem er spielt, unaufhaltsam und einem Flussbett folgend, das keine Richtungswechsel zu lässt.» Michael Sennhauser (Radio DRS) filmblog
 
«Ein Sinn für Gegenwärtiges, für die Probleme und Sorgen, die uns heutige Menschen dringend angehen, werde den am Sonntag mit der Goldenen Palme zu ehrenden Film auszeichen, hat Jurypräsident Sean Penn prophezeit. Mundruczós Parabel vom mörderischen Ausgrenzungswahn passt da natürlich ins Raster.» Der Spiegel

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