Nah am Wasser

 

Deutschland 1995

 
 
Nah am Wasser

Regie: Marc Ottiker
Drehbuch: Marc Ottiker
Kamera: Michael Bertl
Schnitt: Andreas Herder
Musik: Nikko Weidenmann
Mit: Sven Pippig, Barbara Philipp, Christoph Krix, Bruno Cathomas, Heinz Werner Kraehkamp
 
16mm - Farbe - 90 Minuten
Deutsch

   
 

Die Geschichte von Günther Schmidt, der lernen muss, mit seiner Traurigkeit zu leben. Er arbeitet als Möbelpacker, hat keine Freunde, ist vom Bier und seiner aufgestauten Wut auf alle Welt geradezu aufgedunsen und lebt in Neukölln bei Berlin.
Seine Wohnung im Erdgeschoss bleibt immer dunkel, selbst wenn die Sonne scheint. Seine einzigen Hobbies sind Fussball und der Pornoladen von nebenan; seinen einzigen Erfolg, von dem unzählige Trophäen zeugen, verdankt er dem Lenken seines Modellbootes.
Er lebt isoliert. Eine Zeit lang ist er versucht, einer rechtsextremen Gruppierung beizutreten. Er versinkt immer tiefer in seinem engen und staubigen Alltag. Ein Kleber neben dem Waschbecken erinnert ihn jeden Morgen daran, dass er stolz darauf ist, Deutscher zu sein.
Die Liebe, in Gestalt von Franziska, einer Bankangestellten, könnte ihn retten: Von der Gewalt seiner Gefühle aufgerüttelt, versucht er, sein Glück zu erobern, indem er beweist, dass er jemand ist...
Ein Sinn fürs Nebensächliche, der mehr zu vermitteln vermag als ausgesprochene Worte, trägt diese Tragikomödie: eine humorvolle, spöttische und satirische Gesellschaftsstudie, die sich als Sittenbild des Alltags eines durchschnittlichen Antihelden erweist.

   
 

«Eine tragikomisch-abgründige Liebesgeschichte, die sich aus einem Kosmos ungemein witziger Randbeobachtungen zusammensetzt (...) Präzise, bitterböse und herzerweichend zugleich. Selten kommt ein Film so abgebrüht und unterhaltsam zugleich auf den Punkt.» taz Berlin
 
«Grossartige Darstellung des Schauspielers Sven Pippig.» Frankfurter Allgemeine Zeitung
 
«...was man nach wenigen Einstellungen bereits spürt und am Schluss bestätigt sieht, ist die Tatsache, dass hier einer zu inszenieren weiss. Die Geschichte von des dicken Möbelpackers dumpfer Genügsamkeit, kurzer Freude und baldiger Trauer besitzt einen Charme, der sich seiner Mittel sicher ist, ohne sie melodramatisch-sentimental auswringen zu müssen.» Neue Zürcher Zeitung
 
«Mit grosser Sensibilität erzählt Ottiker von einem, der weniger Mühe bekundet mit dem Leben als mit den Gefühlen. (...) Er zeichnet Günther als einen Menschen, der weder zu lieben noch zu trauern gelernt hat und sich von daher leichtfertig auf billige Argumente abzustützen bereit ist. Überraschend und wechselvoll ausgestaltet ist dabei die kleine Liebesgeschichte mit der Bankangestellten Franziska, bei der Günther ganz einfach lernen muss, dass in einer Begegnung zwei Träume zusammenkommen und, damit verknüpft, unterschiedliche Erwartungen.» Tages-Anzeiger

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