Kuzu

 

Türkei/Deutschland 2014

 
 
Kuzu

Regie: Kutlug Ataman
Drehbuch: Kutlug Ataman
Kamera: Feza Çaldiran
Schnitt: Ali Aga
Ton: Sonat Hançer
Mit: Mert Tastan, Nesrin Cavadzade, Sila Lara Cantürk, Cahit Gök, Emel Göksu
 
DCP, Bluray - Farbe - 87 Minuten
OV/dt UT

   
 

Ein Dorf im Hochland Ostanatoliens. Wie es die Tradition verlangt, wird in den Familien das Fest der Beschneidung gefeiert. Auch der kleine Mert muss sich der Prozedur unterziehen, doch Vater Ismail hat kein Geld, um die Feier auszurichten. Mutter Medine verdient den kärglichen Lebensunterhalt durch das Sammeln von Weidenruten. Niemand stellt ihnen das Lamm zur Verfügung, das den Gästen zum Fest serviert werden muss. Merts aufgeweckte ältere Schwester ängstigt ihren Bruder: Wenn der Vater kein Lamm auftreiben kann, werde er den eigenen Sohn schlachten …
Eine Prostituierte kommt in die nahegelegene Stadt, Vater Ismail erhält eine Anstellung im dortigen Schlachthaus. Durch seine Arbeitskollegen und seine eigene Schwäche gerät er in Schwierigkeiten und es wird noch schwerer, ein Schaf zu kaufen. Doch Medine bleibt beharrlich. Genauso wie Mert bei dem Versuch, selbst ein Schaf zu finden. Medine bekommt schliesslich Unterstützung von unerwarteter Seite.

   
 

Der Film zeichnet sich durch eine grosse Liebe zu seinen Figuren aus und beleuchtet sowohl die seelischen Nöte des verunsicherten Kindes als auch die Irrwege des schwachen, von der Last der Verantwortung überforderten Vaters. Doch er ist auch eine empanzipatorische Geschichte, und dass es die junge mutige Mutter ist, die schliesslich eine Lösung findet, die ihr und den Kindern einen Weg in die Zukunft ermöglicht, gehört zu den glücklichen Wendungen des Films, in dem die winterliche Natur Anatoliens eine besondere atmosphärische Rolle spielt.
(aus dem Berlinale-Panorama-Text)
 
Eine kluge, schelmische und doch berührende Fabel. Mit einem besonderen Akzent auf der Verletzlich- aber auch Grausamkeit der Kinder, auf der verantwortungslosen Trägheit der Männer und auf der List und Stärke der Frauen malt Ataman ein erfrischend unsentimentales Porträt vom türkischen Dorfleben. Ataman beweist sich erneut als grossartiger Geschichtenerzähler. British Film Institute, London FilmFestival
 
Ein sarkastisches rurales Drama – gedreht in einer atemberaubend schönen Gegend Ostanatoliens. (…) Amüsant und visuell ansprechend. (…) Ataman ist ein Meister des schwarzen Humors. Variety
 
Die kristalline Kameraarbeit von Feza Caldiran macht die majestätischen Berge, die spiegelgleichen
Flüsse und die nackten Bäume des winterlichen Anatolien zu stillen Zeugen der alltäglichen Probleme, welche die Figuren plagen, und positioniert die Erzählung als zeitlose Geschichte über menschliches Verhalten, Ängste und Wünsche. The Hollywood Reporter

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