Adolf Dietrich, Kunstmaler 1877 - 1957

 

Schweiz 1990

 
 
Adolf Dietrich, Kunstmaler  1877 - 1957

Regie: Friedrich Kappeler
Drehbuch: Friedrich Kappeler
Kamera: Pio Corradi, Friedrich Kappeler
Schnitt: Mirjam Krakenberger
Musik: Räto Harder, Gustav Mahler
Ton: Ingrid Staedeli
 
16mm - Farbe - 90 Minuten
Dialekt + Deutsch

   
 

Eine Annäherung an den Thurgauer Maler Adolf Dietrich, der von 1877 bis 1957 in Berlingen am Bodensee gelebt hat. Dietrichs Bilder haben ihren Weg in die Welt hinaus gefunden – bis ins Museum of Modern Art in New York. Dietrich selbst aber ist ein Leben lang in seinem Dorf geblieben und hat gemalt, was er geliebt und was ihn beschäftigt hat: Nachbarskinder, Blumensträusse, Haustiere, den Blick aus seinem Stubenfenster ins Nachbarsgärtli, auf die Dorfstrasse und den Blick von seinem Garten auf den Bodensee.
Der Film ist auch eine Annäherung an die Bedeutung seiner Bilder damals und heute, und an den Menschen Adolf Dietrich in seinem künstlerischen und sozialen Umfeld, wie er von den heute erwachsenen Nachbarskindern erlebt wurde, wie ihn Freunde und Bekannte anekdotenreich schildern und wie ihn Experten interpretieren.
 
,,Adolf Dietrich ist vor über dreissig Jahren gestorben. Jene die ihm einst als Kinder Modell sassen, sind heute alte Menschen und Kappelers wichtigste Gesprächspartner. In ihren Erzählungen vermitteln sie nicht nur ihre Erlebnisse aus ,Adolfs Stube', vor den eigenen Kinderbildnissen erinnern sie sich auch an ihre alten Sehnsüchte und unerfüllten Träume, trauern über den Wandel der Zeit!
So ist es auch ein leiser Film über den Abschied geworden: Von einem besonderen Menschen, von der alten Heimat und Zeit, aber auch vom Begraben der Hoffnungen in der Provinz."(Christoph Vögele, Kunsthistoriker)

   
 

«Mit sicherem Gespür für das Leben der Menschen am Bodensee fächert Friedrich Kappeler in seinem dicht gestalteten, packenden und auch heiteren Dokumentarfilm Werk und Biographie von Adolf Dietrich auf. (...) Es dürfte schwerfallen, von seinem Film nicht fasziniert und begeistert zu sein. Stetig und unbeirrt stellt sich das Werk in den Dienst der zu erzählenden Sache und triumphiert diese nicht durch vordergründiges, schnell vergessenes Geflunker. Diese Zurücknahme des Autors wirkt manchmal fast altmodisch. Aber wie wohltuend ist das für den Zuschauer: Man sieht nicht einem Regisseur zu, wie er seine Einfälle präsentiert, sondern einem ,Adolf Dietrich', der atmet.» Tages-Anzeiger
 
«Weit mehr als ein postumes Porträt des eigenwilligen Thurgauer Künstlers. Es ist eine Begegnung von Malerei und Film in vertrauter Landschaft – nicht das Werk eines Kunsthistorikers, sondern eines Erlebenden und eines Spurensuchers. Eine faszinierende Film- und Kunsterfahrung.» Der Bund
 
«Ein vielschichtiges, ebenso poetisches wie unterhaltsames Werk, das von Kunst und Landschaft, Leben und Arbeit, Maler und Modellen, aber auch vom Lauf der Zeit und von der Melancholie der Erinnerungen erzählt.» SonntagsBlick
 
«Keinen Augenblick verfällt Kappeler in Kunsttümelei, Verniedlichung oder Anhimmelung. Nie wird ein falscher Mythos beschworen. Der Film ist stilistisch so schlicht und direkt, wie's der Maler war und wie's sein Werk ist.» Tele

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