Gasser und "Gasser"

 

Schweiz 1994

 
 
Gasser und

Regie: Iwan Schumacher
Drehbuch: Iwan Schumacher
Kamera: Peter Indergand
Schnitt: Georg Janett
Musik: Stephan Wittwer, Martin Schütz
Ton: Martin Witz
 
35mm + 16mm - Farbe - 90 Minuten
Deutsch + Dialekt

   
 

GASSER + «GASSER» handelt von zwei Polizisten, dem Baselbieter Staatssschutzbeamten Peter Gasser und dem Zürcher Polizeispitzel Heinrich Burch alias «Henry Gasser».
Unter der massiven öffentlichen Kritik am «Schnüffelstaat Schweiz» verliert Peter Gasser das Vertrauen in seine Arbeit, er fühlt sich von seinen Vorgesetzten im Stich gelassen. Die Rekonstruktion seiner Krise wird verwoben mit der Chronik der Fichenaffäre: Je mehr sich diese zuspitzt, um so grösser wird sein Leidensdruck – bis er schliesslich Selbstmord begeht.
«Henry Gasser» wird als Undercover-Agent ins alternative Zürcher Quartierzentrum Kanzlei abkommandiert um vermeintliche Untergrund-Aktivitäten auszuspionieren. Der Einsatz gerät zur Farce, die Bespitzelten entdecken ihren Denunzianten. «Henry Gassers» Enttarnung im Dezember 1990 ist auf Video festgehalten.
GASSER + «GASSER» kommen im Film nur auf Fotos und Video-Dokumenten vor. Der eine will nicht reden, den anderen können wir nicht mehr fragen. Was wir über sie erfahren, erfahren wir über die Personen, bei denen sie Spuren hinterlassen haben.
Beide Geschichten sind ein Produkt der Fichenaffäre, beide illustrieren die Nützlichkeit von Feindbildern, die eine auf tragische, die andere auf groteske Weise.
Ein Film über Misstrauen und Verrat, Verzweiflung und Tod – und über menschliche Schicksale.

   
 

«,Was muss denn überhaupt noch passieren, damit hierzulande etwas passiert?' fragt der Autor zu Beginn seiner Recherche provokativ. Was dann folgt, ist spannender als jeder Krimi. Schumacher hat zwei Personen herausgegriffen, an deren Geschichte er die Staatsschutzaffäre aufrollt (...) Hier eine Tragödie, dort eine Farce. Und immer gelingt es dem Autor, die richtigen Fragen zu stellen, den menschlichen Aspekt ins Zentrum zu stellen, ohne den Blick für die politischen Zusammenhänge zu verlieren.» Badener Tagbiatt
 
«Spuren eines öffentlichen Skandals, der in Privatestes drang.» Berner Zeitung
 
«Eine Röntgenaufnahme der Schweiz; eines Staates, der mit dem Zusammenbruch des Kommunismus sein Feindbild verloren hat.» Tagesspiegel Berlin
 
«Gelungen... Nicht zuletzt dank dem Charme der Zürcher Politgurus und der rührenden Anhänglichkeit von Henrys Busenfreund wurde er auch zu einem amüsanten Stück ,Szenegeschichte', spannend bis zur Enttarnung und der überfallmässigen Konfrontation.» WochenZeitung
 
«Schumachers Film macht klar wie nie zuvor, dass die Fichenaffäre nicht nur ärgerliche Akteneintragungen umfasst, sondern mit der Kultivierung völlig irriger Feindbilder zu tun hat. Er zeigt aber auch auf, welchen Scherbenhaufen das Ganze nicht nur in politischer, sondern auch in menschlicher Hinsicht hinterlassen hat.» Oltner Tagbiatt

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