Reisen ins Landesinnere

 

Schweiz 1988

 
 
Reisen ins Landesinnere

Regie: Matthias von Gunten
Drehbuch: Matthias von Gunten
Kamera: Pio Corradi, Bernhard Lehner
Schnitt: Bernhard Lehner
Ton: Felix Singer, Martin Witz, Ingrid Staedeli
Mit: Bertha Massmünster, Franz Jaeck, Hans Stierli, Giovanni Simonetto, Catherine Schenker
 
16mm - Farbe - 94 Minuten
Dialekt+D

   
 

Auf seiner Expedition in den Kern unseres Landes ist der Basler Regisseur Matthias von Gunten sechs Personen begegnet, deren Leben und Alltag, deren kleine und grosse Schicksale ihn fasziniert haben. Auf den ersten Blick haben sie nichts miteinander zu tun, als dass sie hier und heute in der Schweiz leben: Sechs sehr verschiedene Menschen, ihre Versuche, den Alltag zu meistern und ihre individuellen Fluchten vor der Realität. Im Verlauf dieses einen Jahres, in dem von Gunten sie immer wieder besucht hat, passiert im Leben dieser Menschen viel, zum Teil auch Entscheidendes. Von Gunten kommt auf diesen überraschenden Reisen ins Landesinnere dem Absurden und Dramatischen, das sich hinter scheinbar normalem Alltag verbirgt, auf die Spur. So entsteht nach und nach ein spannendes Zeitbild, in dem jede dieser Personen ihren Platz hat. Die sechs Menschen, ihre Ängste und Träume, ihr Hoffen und Scheitern ergeben ein stimmungsvolles Bild unseres heutigen Lebens. Der vielgeschmähten helvetischen Enge ins Auge zu sehen oder ihr zu entfliehen: dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten – die sechs Menschen in Matthias von Guntens Film leben einige davon.

   
 

«Entstanden ist anhand von sechs wohlweislich ausgewählten Personen einer der besten Dokumentarfilme des Schweizer Kinos, eine faszinierende Montage aus Szenen, die das alltägliche Leben schrieb, wo im Kleinen das Grosse erkennbar wird, wo die Gleichzeitigkeit des anderen sich spürbar vermittelt, wo unspektakulär Dimensionen aufschimmern und ungestellt Fragen auftauchen, denen sich auszusetzen eine bereichernde Erfahrung sein kann.» züri-tip des Tages-Anzeigers
 
«Wie einfach wäre es doch gewesen, Skurriles in den Vordergrund und die Menschen selbst in den Hintergrund zu rücken. Doch von Gunten hat es mit viel Gefühl und Achtung verstanden, uns etwas zu zeigen, ohne mit dem Zeigfinger Nachdruck zu verschaffen. Die einzelnen Dokumentarteile sind derart geschickt zu einem Flechtwerk verwoben, dass jeder Zuschauer selbst seine Parallelen zwischen den einzelnen Personen, aber auch zwischen der schweizerischen und der eigenen Welt ziehen kann. REISEN INS LANDESINNERE ist deshalb ein Schweizer Film, aber kein Film über die Schweiz. Er ist als Anstoss gedacht, ins eigene Innere vorzustossen. Und deshalb ist dies einer der ganz wenigen Filme, die man keineswegs verpassen soll.» Berner Zeitung
 
«REISEN INS LANDESINNERE ist ein Film, der Mut macht, der von lebendigen Menschen und nicht von Kunstfiguren handelt – und ein Film, der seine Zuschauer in keinem Moment langweilt. Die Personen, die da auf der Leinwand zu sehen sind, werden in kurzer Zeit zu guten Bekannten, die man auch gerne einmal in der Wirklichkeit treffen würde, um sich mit ihnen zu unterhalten. Ein grösseres Kompliment kann man einem Dokumentarfilm kaum machen.» Basler Zeitung

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