Alberto Sartoris - La Memoria di un Secolo

 

Schweiz 1995

 
 
Alberto Sartoris - La Memoria di un Secolo

Regie: Andres Pfaeffli, Elda Guidinetti
Drehbuch: Andres Pfaeffli, Elda Guidinetti
Kamera: Walter Schira, Alain de Martin, Alberto Moccia
Schnitt: Alberto Eisenhardt
Musik: Eric Satie
 
16mm - Farbe - 26 Minuten
Italienisch/deutsche Untertitel

   
 

«Die zwanziger und dreissiger Jahre stellen in der Architektur noch heute das Beste dieses Jahrhunderts dar. Alles was danach folgte, war Rückschritt.» Alberto Sartoris
 
Alberto Sartoris, geboren 1901, Architekt, Theoretiker des Rationalismus und Künstler.
 
«Ich habe immer für eine neue, avantgardistische Architektur gekämpft und gearbeitet. Für eine rationale, funktionale, für eine wirklich moderne Architektur» Sartoris ist Gründungsmitglied und der letzte Zeitzeuge des epochalen Kongresses der modernen Architektur von La Sarraz 1928. Seine Freunde waren Le Corbusier, Marinetti und beinahe alle Künstler der europäischen Avantgarde. Seine Zukunft als innovativer, rationalistischer Architekt schien gradlinig und brillant. Doch die Geschichte Europas nahm eine andere Richtung.
Trotzdem ist Sartoris mit seinen heute 94 Jahren (Entstehung des Films) ein lebhafter, charmanter Kämpfer für die Sache der modernen Architektur geblieben. Seine wunderschönen Axionometrien und Modelle schmücken heute die bedeutendsten Bücher über die moderne Architektur, obwohl - oder vielleicht weil - sie nie realisiert wurden. So bezeichnet Sartoris sich auch lächelnd als Papier-Architekten. Ein klarer Blick auf dieses Jahrhundert, aber auch die Bitterkeit, wenige Bauwerke realisiert zu haben und die Wut des Künstlers, seine wenigen Werke nicht mehr anerkennen zu können, weil sie dermassen verstümmelt wurden, prägen ihn.
 
Alberto Sartoris, 1901 in Turin geboren, wächst in Genf als Sohn eines Bildhauers und einer Schauspielerin auf. Dort absolviert er die Schulen und studiert Architektur.
«Ich erinnere mich nicht, jemals Kind gewesen zu sein. Ich war immer ein Denker der von der Schönheit und Harmonie angezogen war.»
Ebenfalls in Genf trifft er 1920 Filippo Tommaso Marinetti, den Begründer des Futurismus - für Sartoris bis heute die wichtigste Begegnung seines Lebens.
In den zwanziger Jahren beteiligt er sich aktiv an der Bewegung für eine rationalistische Architektur in Italien (MIAR). Er reist heimlich in die Sowjetunion, um die Konstruktivisten und die russische Avantgarde kennenzulernen. 1928 ist er das jüngste Gründungsmitglied des Kongresses von La Sarraz. Er wird ebenfalls Mitglied der futuristischen Bewegung. Seit 1929 lebt er in der Suisse romande, wo er auch in Lausanne unterrichtet. Er ist Gründungsmitglied von «Cercle et Carré», zusammen mit, unter anderen, Arp, Sophie Taeuber-Arp, Léger, Kandinsky, Mondrian. Mitglied von «Abstraction-création». 1932 publiziert er «Eléments de l'architecture fonctionelle», Le Corbusier schreibt dazu das Vorwort. Bis heute ist dieses Buch das Standardwerk zur modernen Architektur.
 
Zur Zeit des Entstehens des Films, mit 94 Jahren, realisiert Alberto Sartoris sein grösstes Werk: eine Satellitenstadt in der Nähe von Turin.

   
 

Liste