Le lait de la tendresse humaine

 

Frankreich/Belgien 2001

 
 
Le lait de la tendresse humaine

Regie: Dominique Cabrera
Kamera: Hélène Louvart
Musik: Béatrice Thiriet
Mit: Patrick Bruel, Marilyne Canto, Sergi Lopez, Dominique Blanc, Valeria Bruni-Tedeschi, Olivier Gourmet, Mathilde Seigner, Yolande Moreau, Jacques Boudet, Claude Brasseur, Marthe Villalonga, Antoine Bonnaire, Antoine Chappey
 
35mm - cinemascope - - Farbe - 95 Minuten
Französisch/dt UT

   
 

Eines Tages gerät Christelle vor ihrem Neugeborenen in panische Angst und verschwindet. Laurent, ihr Mann, sucht sie überall, fragt Vater, Mutter, Schwester und Freunde nach ihr.
Was ist geschehen? Wo ist sie?
Christelle ist nicht weit. Sie hat sich zu ihrer Nachbarin geflüchtet, und diese hat sie bei sich aufgenommen. Bei Claire kann Christelle sprechen, sie kann versuchen, das, was man den Babyblues nennt, zu überwinden; sie ruht sich aus und beginnt, ihre eigene Befindlichkeit wahrzunehmen, nachdem sie sich während Jahren als brave, vorbildliche Frau und Mutter den Bedürfnissen der anderen angepasst hat. Diese Krise ist für sie die Gelegenheit, ihre eigene Identität zu finden und dazu zu stehen. – Claire, die Christelle bisher nicht näher gekannt hat, hört ihr zu, kümmert sich um sie… nicht ohne tiefgreifende Einschnitte in ihrem eigenen Leben.
Laurent seinerseits sucht seine Frau, dann versucht er zu verstehen, wer sie ist, und dann versteht er überhaupt nichts mehr und wartet.
Und schliesslich führt Christelles Verschwinden dazu, dass jeder die Wahrheit über seine Liebesbeziehungen entdeckt und auf den Weg der Zärtlichkeit zurückfindet.
 
«Eine Geburt ist ein intimes Ereignis, sie löst aber auf der Welt auch Wellen aus wie ein Wassertropfen, der vom Himmel fällt, und der vom Persönlichen bis ins Kollektive rollt. Mein Film erfasst diese Schwingungen, die sich von Mensch zu Mensch übertragen und deren Beziehungen und Identitäten neu gestalten. Die Panik, die Christelle ein paar Wochen nach der Geburt ihrer Tochter befällt, färbt nicht nur auf ihren Ehemann und ihre Kinder ab, sondern indirekt auch auf den Liebhaber der Nachbarin oder auf die Frau, die einst in den Freund ihres Mannes verliebt war. Wir hängen alle voneinander ab. In diesem Film über den Abgrund, der sich im Herzen einer Mutter auftut, musste ich zwei Fäden zusammenhalten, jenen des Vermissens, des Todes, aber auch jenen des Lebens, des starken, souveränen, unwiderstehlichen Lebens, das in uns allen pulsiert und das uns bisweilen anlässlich einer Geburt über den Haufen wirft. Deshalb steht im Zentrum des Films eine Liebesszene, die ich wie eine archaische Paarung in einem Dekor der Weltentstehung gefilmt habe.» Dominique Cabrera

   
 

«Getragen von wundervollen Schauspielern gelingt es dem Film, Augenblicke von ergreifender Schönheit und Menschlichkeit festzuhalten.» Les Inrockuptibles
 
«Noch nie wurde die Beklemmung des Mutterseins so frontal, auch so organisch gefilmt. Cabrera versteht es, das Wesentliche auszusprechen, das Leben so zu zeigen, wie es ist, rau und bewegt.» Télérama
 
«Etwas vom Schönsten an diesem Film ist, dass er ohne Selbstgefälligkeit und ohne Pathos daherkommt. Alles ist richtig, schön, einfach. Und ebenso herzzerreissend wie packend.» Le Matin
 
«Voller Liebe und unter die Haut gehend erzählt; ein grossartiger Film, manchmal zart, manchmal herb, aber immer strahlend.» L’Illustré
 
«Bruel ist überzeugender und ergreifender, als er es je in einem Film war.» Le Monde

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