Ohne diese Welt

 

Deutschland 2017

 
 
Ohne diese Welt

Regie: Nora Fingscheidt
Kamera: Yunus Roy Imer
Schnitt: Stephan Bechinger
Musik: John Gürtler
Ton: Bernhard Köpke
 
DCP - Farbe - 115 Minuten
Deutsch, Plattdeutsch, Spanisch/dt UT

 

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Argentinien, 2016: In einer vergessenen Region im heissen Norden leben etwa 700 deutschstämmige Mennoniten wie im 18. Jahrhundert. Sie sprechen ein altes Plattdeutsch und leben von Ackerbau und Viehzucht. Anstelle von Autos benutzen sie Pferdekutschen, ihre einzigen Schulbücher sind die Bibel und der Katechismus. Stromanschlüsse, Telefone oder Radios verbietet ihre Religion. Das Leben soll nicht bequem sein.
Die Mennoniten leben in ihrer Kolonie ein möglichst frommes Leben für Gott und hoffen, dass auch ihre Kinder diesen Weg weitergehen. Dem Einfluss der „Welt“ – so nennen sie alles ausserhalb ihrer Glaubensgemeinschaft – wollen sie sich weitestgehend entziehen. Deshalb kamen sie vor 18 Jahren aus Mexiko hierher. Doch ist es wirklich möglich sich dem Fortschritt zu verweigern?
„Ohne diese Welt“ beobachtet das Leben einer leisen Gesellschaft zwischen Abschottung und Wandel.

   
 

«Meine erste Begegnung mit den Altkolonier-Mennoniten liegt 16 Jahre zurück. Ich war damals Austauschschülerin in Argentinien. Die Mennoniten waren gerade erst dorthin gezogen und so wie ich noch fremd in diesem Land. Zufällig begegneten wir uns in einem Krankenhaus. Ich war irritiert von ihrer bizarren Erscheinung, aber auch neugierig. Und obwohl wir einander kaum verstanden, erschien mir irgendetwas an ihnen seltsam vertraut. Über all die Jahre liess mich die Frage nicht mehr los: Warum leben diese Menschen freiwillig so? Warum lehnen sie unsere „Welt“ so radikal ab und fliehen regelrecht vor der Moderne? Etwas daran gruselte mich, etwas anderes faszinierte mich. Dieses Gefühl ist bis heute geblieben. Ich machte mich 16 Jahre später auf die Suche und fand anstatt einfacher Antworten eine Welt voller Widersprüche, deren Bewohner mich zutiefst berührten. Wir bekamen zu unserer eigenen Überraschung die Erlaubnis zwei Monate in einer Kolonie zu drehen, in der nicht einmal Handys erlaubt sind. Diese Zeit wurde zu einer nachhaltigen Erfahrung, die mich zum Nachdenken gebracht hat – nicht nur über die eine, auch über die andere Welt.» Nora Fingscheidt

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